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Spandauer Weihnachtsmarkt

„Gute Schafe“ bei St. Nikolai

Sie ist ein Wahrzeichen des Spandauer Weihnachtsmarktes wie die ebenmäßige Tanne auf dem Marktplatz: die Weihnachtskrippe mit lebendigen Tieren am Reformationsplatz.
Auch 2016 bildet eine kleine Schafherde nahe des Haupteingangs von St. Nikolai wieder ein beliebtes Fotomotiv. Die fünf robusten „gehörnten Gotlandschafe“ oder auch „Gute Schafe“, wie die exakte Rassenbezeichnungen im Unterschied zum wegen seiner Wolle gezüchteten „Gotlandschaf“ hierzulande lautet, haben aber auch eine Menge mit Artenschutz und ökologischer Landschaftspflege zu tun.
Wurden doch erstmals Mitte der 70er Jahre Tiere der damals vom Aussterben
bedrohten Art von Schweden nach Dänemark und in die DDR exportiert. In Westmecklenburg und auf der Insel Usedom entwickelten sie sich prächtig. Die auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt zu sehende Mini-Herde – beide Geschlechter tragen gebogene Hörner mit groben Rillen - ist seit 2012 Teil einer Population, die auch am Spandauer Hahneberg zur aktiven natürlichen Landschaftspflege eingesetzt wird. Sie halten dort Flächen frei, drängen auch Gehölze zurück, so dass seltene Pflanzen hier heimisch bleiben können.
Gehörnte Gotlandschafe leben das ganze Jahr über im Freien, selbst die Silvesterraketen am Hahneberg beunruhigen sie nicht. Insofern sieht Schäfer
Haage auch in deren Spandauer Weihnachtsmarkt-Gastspiel keinen Risiko- oder Stressfaktor. „Man sollte die Tiere nur nicht füttern, Brotgenuss kann bei ihnen zur Übersäuerung des Magens und damit zu inneren Vergiftungen führen“, erläutert er. Wer meint, Futter für die Tiere abgeben zu wollen, wendet sich am besten an das Marktpersonal.
Der Phantasie beim Fotografieren sind aber keine Grenzen gesetzt, und kraulen oder streicheln lassen sich die friedfertigen Tiere – vier Damen und ein Bock, so der Schäfer, – auch sehr gern.