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Tourist-Information Berlin-Spandau

Zitadelle Spandau

Der von Kurfürst Joachim II. im Jahr 1557 gefasste Entschluss, die nordöstlich der Altstadt gelegene Burganlage von 1317 zur Festungsanlage umzubauen, sollte das Schicksal Spandaus bis ins 20. Jahrhundert bestimmen. Unter Einbeziehung des mittelalterlichen Palas und des Juliusturms entstand bis 1594 nach Plänen des italienischen Baumeisters Franziskus Chiaramella de Gandino und des Deutschen Rochus Graf zu Lynar die Zitadelle.

In den folgenden Jahren, insbesondere nach den Erfahrungen des 30-jährigen Krieges, kam es zu einem Ausbau der Festung nach einem bastionären Verteidigungssystem. Nunmehr bestand die Zitadelle aus einem Kurtinen-Viereck, an dessen Ecken Bastionen vorgelagert waren. Die durchdachte Anordnung der Bollwerke mit ihren vor- und zurückspringenden Flanken verhinderte die Entstehung von toten Winkeln an der Festungsmauer. Diese
nach "neu-italienischer Manier" ausgeführte Festungsbauweise gewährleistete,
dass alle Bereiche des Forts gleichermaßen verteidigt werden konnten.

Die Fassade des um 1563 im Renaissancestil errichteten Torhauses wurde 1813 in Folge des so genannten Befreiungskrieges beim Beschuss der von den napoleonischen Truppen besetzten Zitadelle durch die preußische Artillerie beschädigt und bei der 1839 erfolgten Instandsetzung im Stile des Klassizismus umgestaltet.
Der links hinter dem Torhaus liegende Palas aus dem Jahre 1350 wurde mit in den Bau der Zitadelle einbezogen und erhielt 1523 eine Renaissancefassade.
Viele nachfolgende Umbauten, der letzte erfolgte 1937 mit dem Einbau des so genannten Heeres-Gasschutzlaboratoriums, zerstörten die innere und äußere Struktur des Gebäudes. Seit der 1980 abgeschlossenen Rekonstruktion zeigt sich die Fassade des Palas gemäß den Ergebnissen der bauhistorischen Untersuchung wieder ziegelsichtig und mit gotischen Fensterformen.

Das Wahrzeichen der Zitadelle ist der 30 m hohe Juliusturm. Seine genaue Erbauungszeit ist nicht bekannt. Bauuntersuchungen ergaben, dass das Baumaterial des Sockels aus dem 13. Jahrhundert stammt. Der Turm mit seinen bis zu 3,60 m dicken Mauern und dem von Karl Friedrich Schinkel im Jahr 1838 geschaffenen Zinnenkranz diente ursprünglich als Wohn- und Wehrturm, als Burgfried und Staatsgefängnis. Nach 1871 beherbergte der Juliusturm Teile des aus französischer Reparationszahlung stammenden "Reichskriegsschatzes".

Die militärische Nutzung endete 1945, heute wird die Festung ausschließlich kulturell genutzt. Im Torhaus befindet sich die Ausstellung zur Geschichte der Burg und Zitadelle, im ehemaligen Zeughaus ist das Stadtgeschichtliche Museum untergebracht, in den Räumen von Palas und den Italienischen Höfen finden Konzerte, Lesungen und Kunstausstellungen statt, auf der Bastion Kronprinz befinden sich ebenfalls Ausstellungsräume sowie die Jugendkunstschule(Externer Link). Im Atelier+Werkstatthaus 4 haben sich verschiedene Künstler und ein Puppentheater(Externer Link) eingerichtet.
Auch der Zitadellenhof ist häufig Schauplatz großer Veranstaltungen, wie dem Citadel Music Festival mit namhaften in- und ausländischen Künstlern. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde public viewing angeboten.

Die Räumlichkeiten der Zitadelle mit ihrem stimmungsvoll, historischen Flair und auch der weitläufige Innenhof können für Veranstaltungen verschiedenster Art angemietet werden. Die Italienischen Höfe sind der größte Veranstaltungsbereich, die fünf wunderschön restaurierten Tonnengewölbe befinden sich im Erdwall der Bastion Brandenburg. Der im Palas gelegene Gotische Saal, die "gute Stube" Spandaus, mit seiner einmaligen Akustik, bietet sich für Konzerte an, wird aber auch für Feiern, Empfänge und offizielle Anlässe genutzt. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter www.zitadelle-spandau.de/Vermietung(Externer Link).

Die Zitadelle beherbergt in ihren Gewölben eines der größten europäischen Quartiere für überwinternde Fledermäuse. Um die 10.000 heimische Exemplare fliegen die Zitadelle an, einige Tiere legen hierfür mehrere hundert Kilometer zurück. Sowohl die Ankunft als auch der Abflug sind jedes Jahr ein spannendes Erlebnis. Die Lebensweise der Tiere kann in einem Fledermausschauraum beobachtet werden, in dem lebende Fledermäuse mehrerer Arten zu betrachten sind. Es besteht die Möglichkeit, an Führungen vom Berliner Artenschutz Team e.V. (BAT) (Externer Link) teilzunehmen. Anfang September findet traditionell das Fledermausfest auf der Zitadelle statt.